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»Querschnittchensex«

Jessica Lilli Köpcke
Der Begriff »Querschnittchensex« ist weder ein offizieller Begriff noch politisch korrekt oder gar wissenschaftlich. (...) Es ist dieser Moment, in dem sich ein Fußgänger und ein Rollstuhlfahrer gegenüberstehen und der Fußgänger, während er noch überlegt, ob er sich denn auf die Beine des anderen setzen darf, wortlos auf den Schoß gezogen und geküsst wird. Es beschreibt die Momente beim Sex, bei denen Nippel, Ohrläppchen und Bauchnabel im Liebesspiel plötzlich zu Klitoris und Eichel werden. Diese Intimität, den eigenen Körper durch die Hand des anderen spüren zu können, beim Sex das Licht anzulassen, um visuelle Reize zu schaffen. Der Mund als hochsensibler Bereich, schmecken, spüren, mit allen Sinnen wahrnehmen. Eine Intimität, die sehr schnell dadurch entsteht, dass man sich dem anderen offenbart im eigenen »so-sein«, mit allen Dingen, die man sonst versucht zu verbergen. Das gemeinsame Liegen im Bett, der Rollstuhl davor, die Grenzen sind aufgehoben – im Bett sind wir alle gleich und doch besonders.

Das Buch

  • Buchcover Menschen mit Querschnittlähmung - Lebenswege und Lebenswelten