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Abgelegt

Bildbeschreibung:

Die Fotografie „Abgelegt” von Timm Heienbrok ist ein Selbstportrait aus dem Jahr 2017. Das Bild hat eine geringe Schärfentiefe und ist sehr kontrastreich gestaltet. Nur ein schmaler, parallel zum unteren Bildrand verlaufender Streifen ist annähernd scharf. Alles, was darüber liegt und immer weiter in den Mittel- und Hintergrund rückt, ist verschwommen dargestellt. Die Fotografie gewährt Einblick in ein Wohn- oder Schlafzimmer und macht den Betrachter zum Beobachter einer Liebesszene, die im Hintergrund nur schemenhaft angedeutet ist.

Am unteren Bildrand tritt die kontrastreiche Maserung des Dielenbodens gut sichtbar hervor. Astlöcher und Jahresringe im Längsschnitt zeichnen sich deutlich ab.

Im Vordergrund ragt von rechts ein schwarz lackierter Rollstuhl mit seiner Fußraste ins Bild. Er füllt die Aufnahme etwa zu einem Drittel aus. Die Lackierung des Metallrahmens ist stellenweise abgeplatzt. Auf dem Sitzpolster liegt eine knittrige, verwaschene Jeans, ein Hosenbein hängt nach unten.

In der linken unteren Ecke liegt ein schwarzweißer Sportschuh seitlich auf dem Boden, die Spitze ragt aus dem Bild. Hinter dem Schuh lassen verschwommene helle Lichtpunkte diffuse kleine Gegenstände auf dem Boden erahnen.

Im linken oberen Bereich spielt sich das eigentliche Geschehen unscharf, im Hintergrund auf einem Sofa oder einem Bett ab: Eng aneinander geschmiegt, ruht darauf ein nacktes Paar. Eine helle, locker auf der Liegefläche ausgebreitete Decke wirft bogenförmige Falten. Links neben den beiden: eine große, dunklere Polsterrolle. Mit leicht erhobenem Oberkörper liegt die Person rechts auf dem Rücken. Ihr linkes Bein ist aufgestellt, das rechte entspannt ausgestreckt, der Oberkörper ist dem Partner zugewandt. Die Person links hat ihr rechtes Bein zwischen denen des Partners. Die Körper der beiden sind durch Überbelichtung sehr hell, so dass die Konturen teilweise ineinander übergehen, was den Eindruck verstärkt, dass die Körper miteinander verschmelzen.

Das Buch

  • Buchcover Menschen mit Querschnittlähmung - Lebenswege und Lebenswelten